Dienstag, 23. Oktober 2012

Bildergeschichte Teil 2

Alter! Endlich! Ein bisschen mehr Disziplin beim Bloggen bitte schön!



Die Freiwillige steigt in den Bus nach La Carpio und holt ihren Fächer raus, weil es in dem Bus immer ziemlich heiß ist. Der Bus fährt durch das Zentrum, über die Pista, am Hospital México und am einzigen Freizeitpark Costa Ricas vorbei und verlässt die Stadt. Nach einem kurzen Stück über ein grünes Tal kommt er in La Carpio an.
 Der Bus fährt die "Hauptstraße" entlang an Häusern, Läden, Hunden und Müllfahrzeigen vorbei und lässt immer wieder Leute raus. An der letzten Haltestelle steigt die Freiwillige aus und läuft noch ca. 200 Meter bis sie vor der Tür ihrer Arbeitsstelle steht: die Casa Abierta. Casa Abierta bedeutet offenes Haus und ist eine Kindertagesstätte/Kindergarten der ILCO (luteranische Kirche Costa Rica). Etwa 15-20 Kinder werden dort zwischen sechs Uhr morgens und sechs Uhr abends betreut.


 Die Freiwillige betritt die Casa und wird von freudigem Geschrei "Anna-Mariaaaaaaaa" begrüßt. Nachdem sie es geschaft hat, die Traube Kinder wieder abzuschütteln, begrüßt sie die zwei festangestellten Mitarbeiterinnen und der Casa-Tag beginnt. Sie spielt mit den Kindern, hilft beim Essen austeilen, spült ab, gibt Englischunterricht, bastelt, malt, putzt mit den Kindern Zähne, räumt auf, spielt gefühlte 100 mal Hoppe Hoppe Reiter und tröstet heulende Kinder. Genug zu tun gibt es fast immer und zum Glück schlafen die Kinder mittags eine Stunde und die Freiwillige legt sich meistens ziemlich geschafft dazu.




Wenn die letzten Kinder zwischen halb sechs und sechs abgeholt sind, macht sich die Freiwillige auf den extrem nervigen Weg nach Hause, der hauptsächlich aus Stau besteht. Müde und hungrig zu Hause in San Sebastián angekommen, steht zum Glück schon das Essen gekocht von ihren netten Mitbewohnern auf dem Tisch und sie kann sich abends mit einem Film oder Buch oder Skypechat entspannen. 
Solche Casa-Tage sind ziemlich anstrengend und die Freiwillige ist dann 11-12 Stunden außer Haus und gut beschäftigt, aber dafür hat sie drei freie Tage in der Woche und arbeitet freitags nur drei Stunden in der Bibliothek der ILCO.

Und jetzt hat sie die Nase voll von der dritten Person, ab jetzt wird wieder in der Ich-Form erzählt :D

Dienstag, 9. Oktober 2012

Karibik!

Hab mal wieder keine Zeit für einen ausführlichen Bericht aber ich muss unbedingt ein paar Bilder posten von unserem Trip in die Karibik, an die Karibik? zur Karibik? egal, Karibik! Puerto Viejo heißt der Ort, fünfeinhalb Stunden Busfahrt von San José. Wir sind Samstagmorgen um 6 losgefahren und Montagnachmittag zurück. Wir werden wohl die einzigen Freiwilligen sein, die keine abenteuerlichen Busgeschichten haben, ich war fast ein wenig enttäuscht aber dann doch froh über unseren modernen, recht bequemen und halbwegs klimatisierten Reisebus. In Puerto Viejo haben wir in einem Hostel namens Lazy Loft gewohnt, sehr nett, direkt am Strand, chillig, aber laut in der Nacht, weil es direkt über einem Restaurant/Bar ist. Die Strände natürlich irre schön, wir hatten auch viel Sonne und keinen Regen. Das Essen ist total lecker dort, es gibt viele Touristen und alles ist etwas teuer. Aber weil der Bus und das Hostel günstig waren, hält es sich in Grenzen. Ok jetzt die Fotos.




Samstag, 29. September 2012

Bildergeschichte Teil 1

jetzt hab ich endlich mal meinen Foto mit zur Arbeit genommen und ein paar Bilder auf dem Weg gemacht:

Es war einmal eine Freiwillige in San José, die ging jeden Morgen zur Arbeit, außer wenn sie frei hatte, was zum Glück auch regelmäßig vorkommt. Sie stand also um halb acht auf, duschte, frühstückte, machte sich fertig und ging gewöhnlich bei Sonnenschein und warmen bis heißen  Temperaturen aus dem Haus. Als erstes kam sie an einem Park vorbei, in dem oft Schulklassen auf dem Fußballplatz Sport machten.


Auf dem Weg zur Bushaltestelle kam sie an vielen typischen costa-ricanischen Häusern vorbei, die oft ein und seltem mehr als zwei Stockwerke haben. Was ihr sofort auffiel waren die hohen Gitterzäune, die jedes Haus zur Straße hin abriegeln. Hinter dem Gitter ist oft eine Art Vorgarten oder Terasse oder offene Garage, manchmal überdacht, bevor die eigentlichen Räume anfangen.
Da die Freiwillige dienstags mit ihrem Foto unterwegs war, lagen am Straßenrand die Müllsäcke, die zweimal die Woche abgeholt werden. Nach dem sie den Bäcker und den nahen Supermarkt namens Palí hinter sich gelassen hatte, kam sie an eine größere Straße, an der sich sowohl ein rießiger Walmart, ein geschätztes chinesisches Restaurant, eine Taxihaltestelle als auch die Bushaltestelle befindet.
Nach 15-25 Minuten in einem heißen, vollen Bus erreichte sie das Zentum San Josés in der Nähe des Parque Central. Sie lief weitere 10 Minuten durch die Fußgängerzone bis zur nächsten Bushaltestelle. In der Fußgängerzone öffneten gerade die ersten Geschäfte um 9:00 und manchmal ging sie noch kurz in den einen oder anderen Laden.
Sie erreichte schließlich den Parque Merced mit seiner Kathedrale.
Direkt daneben fuhr der Bus nach La Carpio ab, das Stadtviertel, in dem ihre Arbeitsstelle liegt. La Carpio ist ein armes Viertel eine dreiviertel Stunde mit dem Bus vom Zentrum aus gelegen, ein Slum wenn man so will.

(Hab eine Dokumentation über La Carpio gefunden http://vimeo.com/12801861, konnte sie noch nicht selber anschauen, weil unser Internet suuuuper langsam ist)
Wenn die Freiwillige Einheimischen gegenüber erwähnte, dass sie in La Carpio arbeitet, war die Reaktion meistens aufgerissene Augen und Grimassen. Was? wirklich? in La Carpio? Eine Mischung aus Erschrecken, Respekt und das Gefühl, sie hätten auf was leicht ekliges gebissen.

Fortsetzung folgt...

Montag, 17. September 2012

Unterwegs als Tourist

Von letzten Freitag bis morgen früh besucht mich eine Freundin aus Bayreuth und jetzt bin ich zum ersten Mal zum Sightseeing gekommen. Inzwischen verlaufe ich mich auch nicht mehr ständig in der Stadt, nur noch manchmal... Wir habens uns die (wenigen) sehenswerten Gebäude angeschaut und waren im Nationalmuseum. Ins Nationaltheater haben wir uns auch kurz geschlichen, obwohl das wohl eigentlich zu hatte, aber die Tür war offen und keiner hat uns davon abgehalten... :P San José ist nicht unbedingt eine schöne Stadt, es gibt auch tatsächlich keine Postkarten von der Stadt selber, immer nur Tiere und Pflanzen und das Meer.
Am Samstag war hier Nationalfeiertag (ihr seht schon, viel nationales) und es gab Umzüge durch die Stadt mit Trommlern und Blaskapelle. Am Abend vorher haben die Schulen Laternenumzüge gemacht. Da wir immer noch keine Internet zuhause haben, hab ich nicht viel Zeit zum schreiben, beim nächsten Mal verfasse ich den Beitrag  zuhause und poste ihn dann nur noch. Ein paar Bilder noch:

ich hab einen Werbevertrag für traditionelles costa-ricanisches Eis bekommen...schmeckt wie kalte, pürierte Spekulatius, echt lecker!
die meisten Bilder von mir sehen so aus...Finger im Gesicht, Augen zu, weggeschaut, doofer Gesichtsausdruck...Karin hat da deutlich mehr Talent

Bis zum nächsten Mal, ich freu mich über Kommentare, Fragen, Wünsche ;)

Donnerstag, 6. September 2012

Erster Post aus Costa Rica!



Anna allein in San José

Allein bin ich hier dank meinen im Moment noch fünf Mitbewohnern fast nie, aber heute hab mich zum ersten Mal alleine aus dem Haus gewagt. Nicht, dass das (tagsüber) gefährlich wäre, sondern weil ich mich sonst verlaufe und meinem Spanisch allein nicht unbedingt traue. Ein wahnsinnig spannender Ausflug war es auch nicht, ich bin nur zur Bank und zum Supermarkt, aber ich bin schon stolz, dass ich sofort zurück gefunden hab. Es gibt hier keine Straßennamen und es sieht für mich alles noch ziemlich gleich aus...
Im Supermarkt hat mich wieder geschockt, wie teuer Lebensmittel hier sind, alles mindestens ein Drittel teurer als in Deutschland. Kein Wunder, dass sich viele hauptsächlich von Reis und Bohnen ernähren. Dafür kostet das Bus und Taxi fahren nur die Hälfte.
Gestern hatten wir einen aufregenden Moment, dessen Bedeutung wir aber erst später erfahren haben. Ich war morgens im Bad und plötzlich wackelt der Boden ein bisschen. Erst hat es sich angefühlt, als würde jemand im Stockwerk über mir mit schweren Schritten rumlaufen. Könnte ja sein, schließlich bekommt man Geräusche und Bewegungen bei uns oft im ganzen Haus mit. Nur, dass es über dem Bad kein Stockwerk mehr gibt. Auf jeden Fall ist das Wackeln immer stärker geworden und das ganze Haus hat deutlich geschwankt. Ich hab trotzdem bestimmt 30 Sekunden gebraucht, bis ich kapiert hab, dass wir ein Erbeben haben. Ich hatte ein ziemlichen Adrenalinstoß und wusste nicht, was ich mache soll, aber bevor ich mich entscheiden konnte, ob ich ins Erdgeschoss gehen soll oder nach draußen, war es auch schon wieder vorbei. Es ist absolut nichts passiert, außer, dass meine Shampooflasche umgefallen ist. Später hab ich dann von anderen Freiwilligen gehört, dass deren Eltern panisch eine SMS geschickt hatten, weil das Erdbeben in Deutschland in den Nachrichten war. Und tatsächlich scheint es das stärkste Erdbeben in Costa Rica  gewesen sein, seit Erdbebenstärken in Costa Rica gemessen werden (7.9). Aber das Zentrum war weit weg von hier und in einer Gegend, wo kaum Leute wohnen. Die zwei Todesfälle waren ein Herzinfarkt und ein Arbeiter auf einer Baustelle hab ich gehört, aber es gab schon einiges an Sachschaden und die Einheimischen haben sich Sorge gemacht, dass die inaktiven Vulkane wieder ausbrechen. Naja, wir waren wenig aufgeregt. Ignorance is bliss...

Gestern hatte ich auch meinen ersten Arbeitstag in der Casa Abierta in La Carpio. Leider ist die Casa ziemlich weit weg von unserer Wohnung, ich muss zwei Busse nehmen, die einfache fahrt dauert eineinhalb bis zwei Stunden, aber dafür wird uns die Hälfte der Fahrt als Arbeitszeit angerechnet. Deswegen hab ich im Moment nur vier Tage in der Casa, aber der Arbeitsplan ist noch ziemlich provisorisch. Das Problem ist, dass unsere Spätschicht um sechs endet, aber bis wir zu Hause wären, ist es schon dunkel und der Weg zwischen den Bussen und vom zweiten Bus nach Hause eventuell zu gefährlich. Mal schauen, wie wir das regeln. Unser Mentor bei der ILCO, Joachim, versucht Geld für ein Taxi abends aufzutreiben. Wie die Arbeit in der Casa wird, kann ich noch nicht sagen, ich warte mal lieber ab, bevor ich ein Urteil fälle. Gestern waren ca. 10 Kinder da, zwischen 3 und 12 Jahren ungefähr. Die Kinder sind süß, ziemlich aufgedreht und leider für mich total schwierig zu verstehen. Bei den Kleinen reicht es wenn man ihnen zuhört und zustimmende bzw. mitfühlende Laute von sich gibt, aber die Großen merken schon, wenn man sie nicht versteht. Naja, das wird noch. Ich hab hauptsächlich mit den Kindern gespielt, beim Essen austeilen geholfen, abgespült und mit den Kids Zähne geputzt. Morgen muss ich früh raus, aber da ich sowie so immer noch um fünf aufwache, sollte das kein Problem sein. Ich will versuchen, den früh aufsteh und ins Bett geh Rhythmus beizubehalten, mal schauen, ob das klappt...

Zum Schluss noch ein paar Bilder von unserer Wohnung, ich finde sie total cool, man lernt mit den Ameisen und Mäusen zu leben und gegen die extreme Hellhörigkeit gibt es ja Ohrenstöpsel. Wenn der sturzbachartige Regen auf das Wellblechdach trommelt, kann man sich in der Küche nicht mehr unterhalten. 




haha, auf den Bilder sieht das alles sauberer aus, als es wirklich ist...
ich weiß gerade nicht, wie man die Bilder drehen kann, tut mir Leid, hab jetzt keine Zeit mehr, das zu erforschen  :(

Freitag, 31. August 2012

Aufbruch...

Ca. vier Fünftel meines Lebens befindet sich in Umzugskisten verstaut, der Rest in einem nagelneuen roten Koffer, der sich morgen früh auf den Weg nach Mittelamerika macht, hoffentlich mit mir und gleichzeitig...
Ich glaube Rot ist meine neue Farbe. Gestern hab ich meine Bachelorarbeit in Rot binden lassen und dann relativ unfeierlich in den Briefkasten der Unizentralverwaltung geworfen. Und die Schuhe, die ich mir für Costa Rica noch gekauft hab neulich, sind auch rot!
Ich bin ein bisschen nervös und unruhig. Ich weiß immer noch nicht, was genau passiert, wenn ich morgen abend in San José ankomme. Werde ich abgeholt? Wo muss ich hin? Klappt mit den Flügen alles? Es ist ja nicht meine erste Reise, aber auf Spanisch fühl ich mich doch unsicher. Die letzten vier Wochen hab ich hauptsächlich auf Englisch gedacht, geschrieben, gelesen. Ständig fallen mir deutsche Wörter nicht mehr ein, ganz zu schweigen von spanischen...(die Wendung 'ganz zu schweigen von' hab ich gerade im Wörterbuch nachgeschaut, mir ist nur 'let alone' eingefallen).Gleichzeitig bin ich aufgeregt und gespannt auf alles Neue, das mich erwartet. Ich kann kaum still sitzen...definitiv Ameisen im Hintern...

Zur Beruhigung für mich ein semi-melancholisches Lied von meiner Lieblings-Kpop-Gruppe.

Samstag, 18. August 2012

Bayreuth Top 11


Bayreuth Top 11

Ich sitze in meinem komplett ausgeräumten und frisch gestrichenen Zimmer und hab ein bisschen Zeit tot zu schlagen. Heute ziehe ich aus unserer WG aus, die demnächst auch aufgelöst wird. Verdammt traurig. Es war schon schön hier. Deswegen: Meine 11 Highlights aus drei Jahren Bayreuth in zufälliger Reihenfolge:
  
 
  1.  Erdnusseis aus der Eisdiele am Sternplatz
  2. Das African Literature Festival von der BIGSAS 
  3.  (einige) meine(r) Dozenten, besondere Erwähnung: Christine Matzke
  4. Unser Swahilichor, besonders das Chorwochenende!!
  5.  Gesangsunterricht vom Collegium Musicum, beste Verwendung von Studiengebühren ever!
  6.  Sonnenuntergang kucken vom Siegesturm im Wald aus 
  7.  Eva <3
  8.  Die Sommeruni 2011
  9. Theaterabo vom Staatstheater Nürnberg mit Eva
  10. Grillen, wo und wann auch immer
  11. Literaturworkshop in London

Danke an alle, die schuld daran sind, dass es schön war hier.

PS: Ich fliege erst am 1. September, damit ich meine Bachelorarbeit fertig bekomme.